Im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1233 „Megacities: Informal Dynamics of Global Change’ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DGF) untersucht das Teilprojekt ‚Analysis of Informal Dynamics in Mega Urban Areas – Based on Spatial Structure and Steering Mechanisms Focused on Water in the Pearl River Delta’ seit 2007 in der südchinesischen Megastadt Guangzhou die Phänomene der Dynamik mega-urbaner Landnutzung und ihre Auswirkungen auf die Ressource Wasser. Zum besseren Verständnis der komplexen Landnutzung bzw. der hochdynamischen Landnutzungsveränderungen im mega-städtischen Kontext und ihrer Auswirkungen auf die Wasserressourcen wird im Rahmen des Projekts an der Entwicklung einer Methode zur kleinräumlichen Analyse der Landnutzung in Megastädten und ihrer Veränderungen gearbeitet.
Die Megastadt des 20. Jahrhunderts ist auf vielfältige, ambivalente und widersprüchliche Weise mit Entgrenzungen und Auflösungserscheinungen konfrontiert, mit neuen Grenzziehungen und Differenzierungen, mit Revitalisierungen und immer wieder neuen Versuchen, auch sozial und kulturell zusammenzuhalten, was in einem räumlichen Kontext steht. Phänomene wie Mikrourbanismus als Form der temporären Raumaneignung und die daraus resultierenden Folgen für Stadt, Bewohner und Umwelt rücken in diesem Kontext immer mehr in den Fokus von Stadtplanern, Soziologen und Umweltwissenschaftlern. Wenn der Begriff des Mikrourbanismus fällt, so kann man von neuen bzw. erneuernden städtischen Prozessen sprechen, da es sich in der Regel um temporäre Nutzungen/Aktionen handelt, die in dem Maße wechseln, wie sich die Ansprüche der Nutzer wandeln. Die Betrachtung der urbanen Transformationen auf der kleinsten Maßstabsebene bildet den Mikrourbanismus ab und zeigt Veränderungen, die vielfach informell durch verschiedene Notwendigkeiten und Bedürfnisse (Vulnerabilitäten) entstehen. Bei der Analyse von Mikrourbanismus im städtischen Raum geht es nicht so sehr um das tiefe Verständnis der Akteure an sich, die einen Wandel bedingen, sondern vielmehr um die Frage, was den Wandel des Raumes ermöglicht und wie sich die vielschichtigen Prozesse räumlich darstellen. Das Augenmerk liegt demnach auf folgenden Aspekten:
- Aneignung von Raum
- Anpassung von Raum – Veränderungsoptionen des Räumlichen
- Aspekt der räumlich-strukturellen Veränderungsoptionen
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Ziel der Arbeit ist die kleinräumliche Untersuchung der Prozesse des Mikrourbanismus in vorgegebenen Untersuchungsgebieten der südchinesischen Megastadt Guangzhou sowie die Abschätzung der Auswirkungen auf die Wasserressourcen.
Ziele
- Verstehen der Dynamik in Megastädten
- Verstehen von Mikrourbanismus
- Verstehen von kleinräumlichen Prozessen und ihren Auswirkungen auf das Gesamtsystem Megastadt bzw. auf die Wasserressourcen
Angestrebte Ergebnisse
- Literaturrecherche und Auswertung zu den Theorien zu Mikrourbanismus in Megastädten und
Entwicklung eines Klassifizierungssystems für Mikrourbanismus in Megastädten
- Bildanalyse zum Mikrourbanismus in Guangzhou
- Räumliche Darstellung der Prozesse des Mikrourbanismus in Guangzhou
- Abschätzung der Auswirkungen auf die Wasserressourcen